Einige Zeit dachte ich tatsächlich die Betonschädelfraktion in den Gewerkschaften sei schon ausgestorben. Aber offenbar war das ein fundamentaler Irrtum. Sieht man sich die Beamten- und Lehrergewerkschaft an, so wird ganz schnell klar, dass die Betonschädel noch wild am Werken sind. Wie sonst soll man den „Kompromissvorschlag“ verstehen, die nötigen Einsparungen durch Pragmatisierung aller Lehrer zu erzielen.
Glücklicherweise sind diese Typen freigestellte Gewerkschafter und keine Lehrer mehr, denn solche Lehrer wären für die nachfolgende Generation eine absolute Katastrophe. Kann es wirklich Menschen geben die glauben, Kompromiss hieße noch mehr Privilegien herauszuschlagen?
Vielleicht schafft es auch jemand diesen Uneinsichtigen etwas Mathematik beizubringen. Die Einsparung durch Pragmatisierung (also die Ersparnis der Dienstgeberbeiträge) ist doch nur linke Tasche, rechte Tasche. Die echten Kosten fallen ja durch die mit der Sozialversicherung verbundenen Leistungen an und nicht durch die Beiträge, diese dienen der Finanzierung. Würde man das für ein Privatunternehmen fordern, wäre der Vorschlag zwar genau so bescheuert, aber die Ersparnis wäre wenigstens wirklich in den Büchern des Unternehmens abzulesen (weil das Staatsbudget belastet würde). Aber in diesem Fall werden die Kosten einfach verschoben und langfristig deutlich ausgeweitet, da die Lebensverdienstsumme von Beamten deutlich über jener ASVG-Angestellter liegt. Wo wurde jetzt gespart? Kurzfristig bleiben die Kosten im besten Fall gleich (obwohl natürlich die Leistungen aus der Beamtenversicherung insgesamt höher sind als aus der ASVG, daran ändert auch der Selbstbehalt nichts), mittel- und langfristig werden die Kosten aber weiter explodieren.
Und wenn dann noch eine Gewerkschafterin ihr Verständnis von Aufsichtspflicht mit jenem eines Schaffners im öffentlichen Verkehr vergleicht, dann hoffe ich erneut, dass diese Dame nie wieder in einer Schulklasse auftaucht.
Aber die Haltung der Gewerkschafter in der Frage der Bildungsreform wurde schon vor Wochen klar, als Riegler in „Zur Sache“ auftrat. Kein Kompromiss weil wir sind beleidigt. Schmied hat wohl nicht sehr klug gehandelt, aber im Grunde hat sie Recht, und je länger der Konflikt andauert um so klarer wird wer wo steht.
Was ich von einer Gewerkschaft erwartet hätte, wäre ein echter Kompromissvorschlag der zum Beispiel bessere Bedingungen in den Schulen gefordert hätte. Bessere Arbeitsbedingungen durch bessere räumliche Möglichkeiten und Unterstützung bei den nötigen Arbeitsmitteln, wie Computer und Internetzugang in den Schulen. Aber das wäre konstruktiv gewesen und hätte natürlich Engagement für eine zielgerichtete Lösung erfordert. Stattdessen fordert man nun alle Lehrer zu pragmatisieren. Möge die Vernunft siegen und die Lehrergewerkschaft unterliegen.
Freitag, 17. April 2009
Kompromissangebot der Lehrergewerkschaft
Tags:
Gewerkschaft,
Lehrer,
Tagespolitik
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